Wer deutsch bleiben will, muss pünktlich sein

Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, hatten jahrelang zwei Pässe – doch nun müssen Tausende junger Doppelstaatler sich für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. So will es ein umstrittenes Gesetz, das ab diesem Jahr greift. Eine Geschichte über die Qual der Wahl – und über einen verwaltungstechnischen Irrsinn.

[THE GERMANS, Mai 2013]

Serkans schwarzer Audi rauscht durch den Schneematsch Berlins, immer tiefer nach Neukölln. Es ist Ende März, doch auch jetzt bibbert die Stadt noch bei Minusgraden. Serkan denkt trotzdem schon an den Sommer. Nichts wird dann mehr so sein wie vorher.

Normalerweise verbringt der 22-Jährige seine Sommerferien in der kleinen Stadt Corum, etwa 250 Kilometer von Ankara entfernt, dort, wo seine Eltern herkommen. Aber in diesem Jahr schafft er es vielleicht nicht. Die Prüfungen. Drei Stück bis zum Kfz-Meister. Und dann ist da ja noch die Sache mit seinem Geburtstag: Am 6. August wird Serkan Kaya – schwarzes Haar, dunkle Augen, Kind türkischer Eltern und geboren in Berlin – 23 Jahre alt. Ob er sich schon freut? „Nee“, sagt Serkan, schaut gewissenhaft in den Rückspiegel und setzt den Blinker, „bestimmt nicht.“

Serkan besitzt etwas, das viele andere auch gern besäßen: zwei Pässe. Ein deutscher und ein türkischer liegen in einer Schublade zuhause, Serkan ist Doppelstaatler. Allerdings nicht mehr lange: Am 6. August wird er seinen türkischen Pass los sein. Oder, wenn er Pech hat, seinen deutschen. Und wenn es ganz dicke kommt, macht der Tag ihn staatenlos.

Grund für Serkans Dilemma ist eine 1999 beschlossene Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes. Regierung und Opposition konnten sich damals nicht darauf einigen, wie mit dem Thema Mehrstaatigkeit umgegangen werden solle. Während Wertkonservative davon ausgehen, dass sich Menschen nicht mehreren Staaten, sondern nur einem Staat gegenüber loyal verhalten können, wollte die rot-grüne Regierung die doppelte Staatsbürgerschaft durch jene Gesetzesreform ermöglichen; im Zeitalter eines geeinten Europas wirkt jene konservative Ansicht allzu verstaubt. Allerdings fehlte Rot-Grün dazu die nötige Mehrheit im Bundesrat. So entstand am Ende ein fauler Kompromiss: Man einigte sich zwar darauf, dass jedes in Deutschland geborene Kind von nun an deutscher Staatsbürger sein sollte, unabhängig von der Herkunft der Eltern. Kinder bis zu zehn Jahren konnten rückwirkend eingebürgert werden, zumindest, wenn mindestens ein Elternteil bereits seit acht Jahren in Deutschland lebte. Das reformierte Gesetz sagte allerdings auch: Wer sich nach dem 18. Geburtstag nicht innerhalb von fünf Jahren für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheidet, der verliert den deutschen Pass – automatisch. Durch diese sogenannte Optionspflicht entstanden junge Deutsche auf Abruf. So wie Serkan

„Das fühlt sich an wie Erpressung“, sagt er, „weil du dich entscheiden musst, obwohl du gar nicht willst. Du fühlst dich wie ein Verräter, zu beiden Seiten.“ Serkan hat keine Wahl – und muss doch eine treffen.

Lange Jahre machte die Politik weitestgehend einen Bogen um die umstrittene Regelung. Bis jetzt. 2013 ist Wahlkampfjahr – plötzlich steht das Thema wieder bei allen auf der Agenda: Grüne und SPD sind gegen die Optionspflicht, die Union dafür, die FPD umwirbt die Doppelstaatler, die Kanzlerin sieht keinen Handlungsbedarf. Aber noch aus einem viel schwerwiegenderen Grund markiert das Jahr 2013 eine Grenze: Die ersten Kinder von damals stehen jetzt vor ihrem 23. Geburtstag und müssen sich somit entscheiden.

Serkan parkt seinen Audi vor einem steril anmutenden Glaskasten, dem neuen Büro des familieneigenen Autobetriebs, drinnen sitzen Mutter und Vater Kaya. Natürlich habe sie ihrem Sohn zur deutschen Staatsbürgerschaft geraten, er sei schließlich hier geboren, erzählt die Mutter, eine resolute Frau Ende 40. Modern wirkt sie, kein Kopftuch, keine Scheu, und manchmal hängt sie ein Berlin-typisches „wa?“ an ihre Sätze. „Frech ist die Regelung doch, ganz frech!“, findet die Mutter, es ist schon fast ein Rufen. „Außerdem ist Berlin unsere Heimat!“, wirft Serkan ein. „Und das ist wirklich so!“, schiebt die Mutter hinterher, mindestens drei Ausrufezeichen hängen ihrem Satz nach.

Zu oft schon hat sie die Frage gehört, wo sie sich eigentlich verorte. Wo ihre Heimat liegt. Die Mutter kann es nicht mehr hören. Seit 38 Jahren lebt sie nun schon in Deutschland, der Ehemann seit 33 Jahren – und die biographischen Schnipsel aus dem Leben der Kayas lesen sich wie das Musterbeispiel einer besonders gelungenen Integration: eigener Betrieb des Vaters, die Mutter lange Zeit Teamleiterin in einem großen deutschen Unternehmen, der ältere Sohn Diplomingenieur, der jüngste mit Realschulabschluss und Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.

Serkan hat einen deutschen Onkel, eine blonde Cousine, seine Lieblingssendung im Fernsehen heißt „AutoMotorSport“, und einmal in der Woche hockt die gesamte Familie im Wohnzimmer und zittert bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ – deutscher ist nur noch der Tatort. Die Familie feiert das Schlacht- und Zuckerfest, aber auch Ostern und Weihnachten, zuhause sprechen sie türkisch und deutsch gemischt, Serkans Fußballherz schlägt für Galatasaray Istanbul genauso wie für den FC Bayern. Und wenn der Sohn die Mutter um sein Lieblingsessen bittet, kocht die ihm türkischen Hähnchenreis – mit Kartoffelgratin nach deutscher Art.

Serkan sieht seine Zukunft in Berlin, in zehn Jahren hätte er gern eine Familie, ein Haus, einen Garten; ein strebsames, geordnetes Leben. „Aber in der Türkei liegen meine Wurzeln, das ist eben auch ´ne Herzensangelegenheit“, sagt er, ein hochgewachsener junger Mann, von den Eltern gewissenhaft zur Höflichkeit erzogen. Serkans Eltern und sein Bruder haben darüber hinaus nur einen türkischen Pass; ihnen ist es laut Gesetz gar nicht möglich, Doppelstaatler zu werden. Dazu hätten sie die türkische Staatsangehörigkeit abgeben müssen. „Warum sollten wir?“, sagt die Mutter, „wir sind doch beides.“ „Und ich will auch mal in der Türkei beerdigt werden“, sagt Serkan, alle Toten seiner Familie lägen schließlich in Corum begraben. Die Mutter nickt.

Dennoch, und das betont sie jetzt: Sie habe immer gekämpft. Erst darum, dass ihr Ältester nicht in eine Klasse nur mit ausländischen Kindern gesteckt wurde. Wenige Jahre später dann die gleiche Prozedur noch einmal für den Kleinen. Und damit ihr auch wirklich niemand vorwerfen konnte, sie habe sich nicht um die Integration ihrer Kinder gekümmert, schickte sie ihre Jungs in den Schwimmverein. Erst SG Steglitz, dann SG Schöneberg. Serkan, „der Wasserfloh“, trainierte sechsmal die Woche, jeweils zwei Stunden, Schmetterling, 50 bis 100 Meter Sprint. Er trainierte so viel, dass er es irgendwann sogar in den C-Kader der deutschen Schwimmnationalmannschaft schaffte. Alte Zeitungsausschnitte zeugen von den Erfolgen des Wasserflohs; auf den Bildern steht Serkan neben blondschopfigen Jungs, die einen Kopf größer sind als er.

All die Mühe. All die Anstrengung. Und jetzt das.

„Seit fast 40 Jahren bin ich jetzt hier“, sagt die Mutter, sie sieht müde aus, „und noch immer gibt man meiner Familie das Gefühl, Gast auf Zeit zu sein?“ Genau so nämlich kommt die Optionspflicht bei ihr an; wie eine Einladung, die gar nicht so gemeint war. Man kann die Tiefe ihrer Kränkung nur erahnen.

Indes: Den Antrag auf einen deutschen Pass für ihren Jüngsten hatte sie selbst unterschrieben, im Jahr 2000, gegen 500 Mark Gebühr. Sie unterschrieb auch ein Papier, das erklärte, sie habe verstanden: Ihr Sohn unterliegt der Optionspflicht, geschlüsselt in dem Code F-95-11793/2000. „Aber das ist 13 Jahre her!“, ruft die Mutter jetzt. Ihr Junge hatte den deutschen Pass – mehr war in all den Jahren vor seiner Volljährigkeit nicht wichtig. So geriet die Sache in Vergessenheit, die Familie zog um, die zuständigen Behörden wechselten.

Man kann nun sagen, die Kayas seien selbst schuld, sie hatten ja unterschrieben. Aber so einfach ist es nicht.

Denn der vom Amt vorgesehene Brief, den jedes der „Optionskinder“ kurz nach seinem 18. Geburtstag als Erinnerung an die bevorstehende Wahlpflicht bekommen soll – nie angekommen bei den Kayas, sagen sie. Erst als sich eine Rechtsanwältin aus der Familie bei einem Essen im Herbst 2011 nach Serkans Alter erkundigte, erinnerten sich die Kayas an die Optionspflicht. Doch zu dem Zeitpunkt war eine wichtige Frist schon verstrichen: nämlich die auf einen möglichen Antrag der so genannten „Beibehaltungsgenehmigung“. In einigen Fällen, so regelt es das Gesetz, dürfen die deutsche und die ausländische Staatsangehörigkeit behalten werden. Wenn „besondere Umstände“ gelten, dass Zweitland ein EU-Staat oder die Schweiz ist oder dafür bekannt, dass es seine Staatsbürger nicht entlassen will, so wie etwa Iran oder Afghanistan. Doch auch in diesen Fällen gilt: Nur wer den Antrag für beide Pässe bis zum 21. Geburtstag stellt, kann sie auch behalten. Wer es nicht tut – Pech gehabt.

Als die Kayas sich zu besagtem Familienessen trafen und sich an das Thema Optionspflicht erinnerten, hatte Serkan diesen Geburtstag allerdings schon hinter sich. Also machte sich Mutter Kaya mit dem Sohn im Schlepptau auf den Weg ins Rathaus Schöneberg, in den Bezirk also, in dem die Familie jetzt gemeldet ist. Wieso ihr Sohn noch keinen Brief bekommen habe, fragte sie. Man sei nicht in der Pflicht gewesen, weil die Familie vorher in Neukölln gelebt habe, so der Sachbearbeiter. Demnach sei das Bezirksamt Neukölln zuständig gewesen. Und von dort sei ein Informationsbrief direkt nach Serkans 18. Geburtstag auch verschickt worden, so sagt es ein späteres Schreiben der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, die sich auf eine Postzustellungsurkunde beruft. Diese aber belegt – juristisch wirksam – nur die Versendung eines amtlichen Briefes, sie sieht nicht zwingend eine persönliche Übergabe an den Empfänger vor. So kann ein Schreiben, das via Postzustellungsurkunde verschickt wird, bei Abwesenheit des Adressaten auch in einer Postfiliale niedergelegt werden; der Empfänger wird dann per Benachrichtigungsschein informiert.

Die Kayas aber blieben bei ihrer Aussage, einen Informationsbrief nach Serkans 18. Geburtstag nicht erhalten zu haben. Im nächsten Schritt setzten sie sich zm Familienrat zusammen und verfassten ihrerseits ein Papier, in dem sie Serkans Fall schilderten. Sie schickten das Schreiben auf den Weg, an jede große Partei einen, und erbaten sich Hilfe. Das Echo aus den trockenen Politikkammern des Landes aber war verhalten: Nur Hans-Christian Ströbele von den GRÜNEN antwortete und gewährte Serkan und seiner Mutter einen halbstündigen Termin, im Februar 2012. Er zeigte sich betroffen, aber helfen könne er auch nicht, sagte er. Stattdessen schickte der Politiker die Kayas weiter zu einem Anwalt. Der riet ihnen von einer Klage ab; die Frist für den Antrag auf die Beibehaltungsgenehmigung sei sowieso schon abgelaufen, sagte er. Und er gab den fatalen Rat: Die Familie sollte warten, darauf, dass das Gesetz sich doch noch ändern würde.

Also wartete Serkan. Und hoffte. Aber das einzige, was sich änderte, war die Zeit. Sie wurde weniger, schlich sich davon, im Juni 2012 schließlich trudelte ein Brief vom Amt ein, im August feierte Serkan seinen 22. Geburtstag, danach folgte ein weiterer Brief. Irgendwann zog der Herbst ein, plötzlich stand das Silvesterfest und damit das neue Jahr 2013 vor der Tür und da endlich verstanden die Kayas: Das Gesetz würde sich so schnell nicht ändern. Im Januar dieses Jahres beantragten sie schließlich über das Konsulat in Berlin die Entlassungspapiere aus der türkischen Staatsangehörigkeit. Ein Schritt, der nötig ist, um den deutschen Pass zu behalten – oder nötig gewesen wäre. Viel früher.

„Es ist alles wahnsinnig kompliziert“, sagt Eckhard von Zengen aus dem Büro der Berliner Beauftragten für Integration und Migration. Von Zengen ist ein großer, freundlicher Mann, er wirkt nicht wie ein Mensch, der sich hinreißen lässt. Deswegen sagt er jetzt in sachlichem Ton: „Das Recht ist an sich schon kohärent, es ist komplett.“ Er sagt aber auch: „Man hat die Staatsangehörigkeit von bestimmten Tatbeständen abhängig gemacht, was einfach einen hohen Verwaltungsaufwand bedeutet.“ Anders ausgedrückt: Die Optionspflicht kommt einem verwaltungstechnischen Irrsinn gleich, der so viele Fallstricke beinhaltet, dass selbst Sachverständige stolpern und Juristen mittlerweile darüber diskutieren, ob alles rechtens ist.

Die Optionskinder müssen ermittelt, informiert und beraten werden – jahrelang. Ein riesiger bürokratischer Aufwand. Wechseln beispielsweise die Zuständigkeiten der Ämter, etwa weil ein Betroffener umzieht, so wie es auch bei Serkan der Fall war, wer stellt dann sicher, dass die Betroffenen über die Rechtsfolgen verschiedener Fristen rechtzeitig informiert werden? Laut einer Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge weiß rund ein Drittel der Doppelstaatler nicht, dass sie ihren deutschen Pass verlieren, wenn sie den anderen nicht rechtzeitig abgeben.

Es kann allerdings alles auch noch komplizierter werden, so wie in dem Fall eines jungen Deutsch-Afghanen, 21 Jahre alt, den die Einbürgerungsbehörde Darmstadt betreut: Der Mann will seinen deutschen Pass behalten, dafür aber müsste er die Entlassungsbescheinigung seines Heimatlandes rechtzeitig vorlegen, so wie auch Serkan es muss. Bloß: Afghanistan ist nicht die Türkei, das Land am Hindukusch wird den jungen Deutsch-Afghanen nicht entlassen. Doch für einen Antrag auf die Beibehaltung beider Pässe ist es bereits zu spät. So kann der Mann nun nichts mehr tun, außer sich gewiss sein, dass er in zwei Jahren seine deutsche Staatsangehörigkeit erst einmal los sein wird.

„Das ist doch ein Unding!“, bewertet Martin Jungnickel, Dezernatsleiter der Einbürgerungsbehörde Darmstadt, jenen Fall. Seit Jahren tingelt Jungnickel durch die Republik, klärt auf über die Optionspflicht, mahnt und plädiert für eine Änderung des Gesetzes. Er hat einen Anwalt engagiert, der klagen wird gegen seinen eigenen Bescheid, den Jungnickel dem Deutsch-Afghanen ausstellen musste, weil das Gesetz es nun einmal so will. „Wenn bei der Klage eine Vorlage fürs Bundesverfassungsgerichtes rauskommt, wäre das super“, sagt Jungnickel. „Dann klatsche ich!“

Auch Serkans Mutter will klagen, wenn es hart auf hart kommt. Wenn also die Entlassungspapiere aus Ankara nicht rechtzeitig vor dem Geburtstag ihres Sohnes eintreffen, und er dann tatsächlich seine deutsche Staatsangehörigkeit verliert. Zwar wird Serkans Leben in Berlin erst einmal normal weitergehen. Um erneut die deutsche Staatsangehörigkeit zu bekommen, müsste er allerdings 255 Euro zahlen – und ein komplettes Einbürgerungsverfahren durchlaufen. Auch wäre seine Reisefreiheit stark eingeschränkt. „Das ist doch total ungerecht“, findet Serkan, „warum dürfen Leute aus der EU beide Pässe haben, ich aber nicht?

Doch alle Aufregung bringt Serkan nun nichts mehr. Seit er die Entlassungspapiere beantragt hat, wartet er wieder. Und versucht, nicht an seinen Geburtstag zu denken. Nur eines steht für die Familie fest, nämlich die alte Tradition: An jedem Geburtstag geht die Familie zum Fotografen. Der schießt erst ein Bild von allen zusammen, dann noch eines vom Geburtstagskind. So werden sie es auch an Serkans 23. Geburtstag halten, komme, was wolle. Aber es wird anders sein als sonst. Serkan wird vor dem Fotografen stehen, allein, und der einzige aus seiner Familie sein, der über keinen türkischen Pass mehr verfügt. Vorausgesetzt, die Behörden in Ankara arbeiten zügig. Serkan hat es selbst so entschieden – und kann sich trotzdem nicht freuen.


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