Ich will mein Leben zurück

Muttersein ist toll. Das größte Glück auf Erden. So will es die Norm. Doch manche Frau bereut ihre Mutterolle. Erkundungen zu einem verbotenen Gefühl.

[Süddeutsche Zeitung, April 2015]

Tirtza, 57, findet, ihre Mutterschaft habe ihrem Leben nichts hinzugefügt außer Schwierigkeiten und ständige Sorge. Charlotte, 44, sagt, sie ziehe aus ihrer Mutterrolle keinerlei emotionalen Gewinn, Muttersein „sei halt die Auseinandersetzung mit dem nun mehr Unvermeidbaren“. Und Atalya, 45, beklagt, sie könne einfach nicht verstehen, was andere Mütter meinten, wenn sie von ihren Glücksgefühlen sprächen. Sie empfinde Muttersein als eine Bürde.

Diese Äußerungen stammen aus einer wissenschaftlichen Studie der Israelin Orna Donath. Die Soziologin von der Universität Tel Aviv hat 23 israelische Mütter im Alter von Mitte zwanzig bis Mitte 70 in intensiven Interviews zu ihren Gefühlen gegenüber der eigenen Mutterrolle befragt. Der Großteil der Frauen stammte aus der Mittelschicht, manche von ihnen hatten ein Kind, manche mehrere, manche waren alleinerziehend, andere nicht. Das Alter der Kinder lag zwischen einem und 48 Jahre, manche waren also schon erwachsen, andere selbst Eltern. Nur ein Kriterium war es, nach dem Donath die Studienteilnehmerinnen ausgewählt hatte. Allen stellte sie die Frage: „Wenn Sie die Zeit zurück drehen könnten, würden Sie dann noch einmal Mutter werden, mit dem Wissen, das Sie heute haben?“ Was die Mütter in der Studie vereinte, war ihre Antwort auf diese Frage: „Nein“.

Die Wissenschaftlerin untersucht ein Phänomen, das sie „regretting motherhood“ nennt. Übersetzt heißt das so viel wie „die Mutterschaft bereuen“. Donath widmet sich in ihrer Forschung Frauen, die bewusst Mutter geworden sind und von sich sagen, sie liebten ihr Kind oder ihre Kinder – die sich gleichzeitig aber in ihrer Mutterrolle so unglücklich fühlen, dass sie den Schritt, ein Kind bekommen zu haben, zutiefst bereuen. Nicht nur in den ersten schwierigen Wochen und Monaten nach der Geburt, sondern nachhaltig, bis in das Erwachsenenalter der Kinder hinein. Und zwar so sehr, dass sie die Geburt ihrer Kinder rückgängig machen würden, wenn sie nur könnten.

Mit dieser Forschung steht Donath allein auf weiter Flur: Das Phänomen wird wissenschaftlich kaum untersucht. In der Entwicklungspsychologie beispielsweise wird eher zum Thema pränatale Angst oder postnatale Depression von Frauen geforscht. Auch in der Soziologie und der Anthropologie wurde die bereute Mutterschaft nie groß verfolgt, Langzeit-Studien und quantitative Untersuchungen fehlen bislang. Dabei deutet viel darauf hin, dass in den seltensten Fällen alles rosig ist, sobald die Mutter ihr Baby im Arm hält. So gibt es soziologische Studien, die besagen, dass Kinder sich nicht zwingend positiv auf die Zufriedenheit von Eltern auswirken. Zu diesem Schluss kommt etwa eine 2013 vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung veröffentlichte Umfrage unter knapp 4900 Frauen und Männern zwischen 25 und 37 Jahren. Sie besagt, dass Eltern nur bis zum vierten Lebensjahr des jüngsten Kindes zufriedener sind als Kinderlose. Und im Internet findet man sie: Die betroffenen Frauen, die sich in Foren zu ihren zwiespältigen Gefühlen äußern.

Es gibt sie also, die bereuenden Mütter. Anonym, geschützt durch die Weiten des Internets. Man kann sich nun fragen, warum das so ist. Die Antwort darauf zeigt, wie mutig Orna Donath und die Frauen in ihrer Studie sind: Eine Mutter, die ihr Kind bereut oder auch nur Negatives über ihre Mutterrolle äußert, gilt nach wie vor als Tabu. Muttersein ist toll. Großartig. Das reine Glück. Die Erfüllung aller natürlichen Wünsche. So will es die Norm, alles andere wird schnell als unnatürlich abgestempelt. Kaum eine Mutter wagt es, offen auch über die anderen Seiten ihrer Rolle zu sprechen: über die Überforderung, den Schlafmangel, die teils irreversible Veränderung des eigenen Körpers, den Druck der Verantwortung, den Verlust von Selbstbestimmung und Freiheit, die Trauer darüber, das alte Leben aufgegeben zu haben für ein neues, das vielleicht hinter den Erwartungen vor der Geburt zurück bleibt.

„In dem Moment, in dem eine Frau negative Gefühle bezogen auf ihre Mutterschaft äußert, verbaut sie sich die Chance auf Status und Anerkennung“, sagt Christina Mundlos, Soziologin und Autorin des Buches „Mütterterror: Angst, Neid und Aggressionen unter Müttern“. Der Druck auf Mütter sei extrem hoch.

Es regiert in den Köpfen das Bild der perfekten Mutter, die immerzu alles richtig macht. Auch die israelischen Psychologinnen Rivka Tuval-Mashiach und Shirit Shaiovitz-Gourman schreiben in einem Aufsatz über mütterliche Ambivalenz, von der vermeintlich perfekten Mutter würden ewige, bedingungslose Liebe zu ihrem Kind sowie eine ständige physische Präsenz erwartet. Ebenso wie das emotionale Rüstzeug, den eigenen Nachwuchs stets ruhig und sicher durch Krisenzeiten zu navigieren. Eine völlige Aufgabe der eigenen Bedürfnisse im Vergleich zu denen des Kindes wird auch noch vorausgesetzt.

Das war nicht immer so. Erst im Zuge der industriellen Revolution ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ergab sich die Rollenaufteilung zwischen beiden Geschlechtern, da erstmals der Arbeitsplatz und der private Raum zu Hause auseinander fielen. Wo vorher Vater und Mutter gemeinsam die Arbeit auf dem Feld bestellt und die Kinder mitgenommen hatten, blieb die Frau nun allein mit den Kindern zurück, während der Mann jeden Tag seinen Gang in die Fabrik antrat. Die Frau wurde zur Haupterziehungsperson, bei der das Gros der Verantwortung lag. Das romantische Mutterbild, wie es heute mit seinen überzogenen Erwartungen noch immer in den Köpfen fest sitzt, wurde unter den Nationalsozialisten weiter befeuert: Gebären und Kinder erziehen für den Führer, im Dienste der arischen Rasse; in dieser Tätigkeit sollte sich das Potential einer jeden Frau erschöpfen. Dafür bekam sie Respekt. In der Nachkriegszeit seit den Fünfzigerjahren wurde dann das Private verklärt, „ein Rückzug in die eigenen vier Wände“, sagt Christina Mundlos. Auch in dieser Zeit hat die Frau vor allem eines zu sein: Mutter.

Orna Donath, die israelische Forscherin, nennt Mutterschaft deswegen ein „kulturelles und historisches Konstrukt“ – das so starr in den Köpfen verankert ist, dass auch nur der Gedanke, eine Frau könnte ihre Mutterschaft tatsächlich bereuen, für die meisten Menschen als abnormal, absurd oder als individuelles Versagen bewertet wird. „Der Gedanke liegt nahe, dass die Frauen, die ich befragt habe, eine in irgendeiner Form extrem schmerzvolle Mutterschaft durchlebt haben“, sagt Donath. „Aber dem ist nicht so. Es sind ganz normale Frauen, die ihre Mutterrolle aber mit einer anderen emotionalen und kognitiven Haltung bewerten, als der soziale Kontext es verlangt.“ Keine der Mütter zeigte eine auffällige Persönlichkeitsstruktur, sie gehörten keinem bestimmten Problemmilieu an. Keines der Kinder wies eine physische Behinderung auf, fünf von ihnen waren jedoch als besonders betreuungsintensiv charakterisiert worden.

Wenn Donath in ihrer Studie von einem Druck spricht, der auf Frauen lastet, dann meint sie nicht jenen hierzulande viel diskutierten Druck, der die jungen, aufstrebenden Mittelstands-Mütter im urbanen Milieu umtreibt; deren Streben nach Perfektion in Familie, Karriere und Partnerschaft, die Sehnsucht nach Makellosigkeit. Donath meint den viel umfassenderen Druck, der alle Frauen einschließt und der durch die öffentliche Annahme entsteht, jede Frau wolle auch Mutter sein. „Für viele Frauen mag das stimmen“, sagt Donath. „Aber eben nicht jede Frau wächst automatisch, einer linearen Entwicklung gleich, in einen Kinderwunsch hinein.“

Zum Beispiel Tirtza aus Donaths Studie: geschieden, zweifache Mutter und mittlerweile auch Großmutter. „Seit den ersten Wochen nach der Geburt habe ich die Entscheidung bereut“, sagt sie. „Eine Katastrophe. Ich habe sofort verstanden, dass das nichts für mich ist. Mehr noch: Es ist der Alptraum meines Lebens . Allein dieses Konzept, wenn ein Kind mich „Mama“ nennt. Ich drehe mich um, schaue, welche Mutter gemeint ist. Bis zum heutigen Tag. Ich konnte keine Verbindung herstellen zu dem Konzept, der Rolle, den Konsequenzen dieser . . . Verantwortung und Verpflichtung.“ Oder Danit: Nach der Geburt ihres ersten Kindes habe sie gedacht, mit ihr stimme etwas nicht, sagt sie. Vor der zweiten Geburt habe sie gemeint, es werde nun anders werden; sie sei reifer geworden, sie habe einen sensiblen Ehemann, der sie unterstütze. Erst später habe sie verstanden: „Das ist nichts für mich.“

Es gebe nicht die eine, einfache Ursache, die dazu führt, dass Tirtza und die anderen Frauen so fühlen, sagt Donath. Die Verteilung der Geschlechterrollen ist es nicht: Bei einigen der Frauen kümmerte sich hauptsächlich der Vater um Kinder und Haushalt, in anderen Fällen lebten die Kinder sogar getrennt von der Mutter beim Vater. Aber Donath fragt ohnehin nicht: Warum? – sondern: Warum eigentlich nicht? „Wenn Reue in der Rückschau theoretisch jeden Lebensbereich, jede menschliche Beziehung und jede Entscheidung berühren kann, wieso dann nicht auch die Mutterschaft?“, fragt Donath. Die Antwort liefert sie gleich hinterher: „Es ist die Gesellschaft, die entscheidet, dass Frauen Kinder wollen sollen, wollen – oder irgendwann, früher oder später in ihrem Leben, wollen werden.“

In Israel, dem Heimatland Donaths, erhält diese Annahme durch die politisch-religiöse Situation vor Ort besonderes Gewicht; kein anderes westliches Land verzeichnet eine höhere Kinderzahl pro Frau, Israel gilt als Vorreiter im Bereich der künstlichen Reproduktionstechnologien. Im Rahmen der zionistischen Idee werde von Frauen schlicht erwartet, sich zu vermehren, schreibt Donath.

Mütterliche Gefühle können kompliziert sein: Frauen, die ungern Mütter sind, lieben ihre Kinder deshalb nicht weniger als andere. So sagt eine der Befragten, Doreen, 38 Jahre: „Schauen Sie, es ist kompliziert zu erklären. Ich bereue es, Mutter geworden zu sein, aber ich bereue nicht meine Kinder. Ich liebe sie. Ich bereue es, Kinder bekommen zu haben – aber ich liebe die Kinder, die ich bekommen habe. Ich wünsche mir nicht, dass sie nicht hier wären, ich möchte einfach keine Mutter sein.“

„Ambivalenz kennen wir doch auch aus dem alltäglichen Leben“, sagt Brigitte Ramsauer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Psychologin arbeitet in Gruppentherapien mit psychisch erkrankten Müttern und ihren Säuglingen. „Es geht um die Fähigkeit, diese gegensätzlichen Gefühle anzuerkennen, zu tolerieren, in sich und in den eigenen Alltag zu integrieren. Darin besteht der Reifeprozess. Die Ambivalenz bei Müttern ist ganz normal“, sagt sie. Die konträren Gefühle können sogar hilfreich sein: Manche Forscher bezeichnen sie als fördernd, da Ambivalenz eine intensivere Auseinandersetzung der Mutter mit ihrem Kind erfordere. Das stärkt letztlich die Bindung zum Kind. Schwierig werden die einander widersprechenden Gefühle der Mutter erst, wenn sie für das Kind jederzeit spürbar sind. Wenn die Mutter sie also nicht regulieren kann.

Ambivalenz kommt auch in Donaths Studie vor. So sagten einige Frauen, sie sähen durchaus positive Aspekte von Mutterschaft: schöne Momente, eine herausfordernde Aufgabe, das die Akzeptanz durch die Gesellschaft, die persönliche Entwicklung. Doch für die Frauen in der Studie überwogen schlicht die Nachteile: Verantwortung, Sorgen, eine Konzentration der Emotionen auf Familie und Partnerschaft, Konflikte zwischen Familienleben, Beruf und persönlichen Bedürfnissen. Konflikte, die viele Mütter kennen, aber unterschiedlich bewerten – was Ambivalenz von Reue trennt. Dass es aber tatsächlich Mütter gibt, die letzteres empfinden, so wie manche Frau eine Heirat als falsche Entscheidung bereut, scheint für viele immer noch undenkbar. Soziologin Christina Mundlos sagt es so: „Eine Mutter spricht nicht über ihre Erschöpfung. Das ist gesellschaftlich nicht erwünscht.“


Abdul und die Narren Abduls Geschichte ist die eines jungen Mannes, der fliehen musste für das, was er liebt: seine Musik. Es ist aber auch eine Geschichte über das Ankommen, die damit verbundenen Absurditäten – und darüber, wie gut gemeinte Hilfe ins Groteske rutschen kann. Esther Göbel hat Abduls Geschichte für Krautreporter aufgeschrieben. [read more]
Mein Trojaner und ich All meine Daten: auf einmal verschlüsselt! Nur wenn ich Geld zahlen würde, könnte ich sie wiederbekommen – vielleicht. Noch 118 Stunden und 54 Minuten. Danach würde sich der Preis verdoppeln. Für Krautreporter beschreibt Esther Göbel, wie sie Opfer der aktuellen Ransomware wurde. [März 2016] [read more]
Das Brummen im Walde Mobilfunk, Windkraft oder Verschwörung? Mitten im Schwarzwald hört Brigitte Rieber ein Brummen. Draußen, drinnen, am Tag, in der Nacht. Immer. Woher es kommt, weiß sie nicht. Und auch niemand sonst. Eine Spurensuche [Süddeutsche Zeitung, Januar 2015] [read more]
Erfolgreich – ohne Job Gerrit von Jorck arbeitet dreizehn Stunden die Woche. Mehr nicht. Doch er ist kein naiver Träumer, eher Typ reflektierter, junger Mann. Er habe auch gar nichts gegen Erwerbstätigkeit an sich, sagt der 28-Jährige. „Das würde ich mir nie herausnehmen. Aber mich stört das Ausmaß. Unsere Gesellschaft hat doch ein total krasses Maß erreicht, was Arbeit betrifft.“ [emotion Working Women, November 2014] [read more]
Auf dem Trockenen „Dieses Jahr ist bisher das schlimmste überhaupt, sagt Abu Azzam, 71 Jahre alt, drei Söhne, vier Töchter, 28 Enkelkinder. Noch nie musste er seine Felder im Westjordanland schon im Februar bewässern. Doch das eigentliche Problem des Bauern ist nicht der mangelnde Regen – sondern die Politik. [Greenpeace Magazin, Oktober 2014] [read more]
Kein Vater, Mutter, Kind Johanna und Tanja, zwei Frauen aus Berlin. Sie kennen sich nicht, es ist unwahrscheinlich, dass sie sich jemals über den Weg laufen werden. Und doch eint beide ein Lebensumstand: Sie sind alleinerziehend. Wie sich das anfühlt, beschreibt diese Reportage, die beide Frauen einen Sommer lang begleitet hat [Tagesspiegel, September 2014] [read more]
Ping Pong for Palestine „Wir sind anders als die anderen“, sagt der „Arafat des Ping Pong“, Radwan al-Shareef, offziell der Vizepräsident der Palestine Table Tennis Association, „wir haben eine Botschaft, die allen Palästinensern gemein ist: Wir wollen der Welt zeigen, dass wir hier sind!“ [Sonntaz, April 2014] [read more]
Einmal hin, nicht zurück „Ich wäre mir selbst untreu geworden, hätte ich mich nicht beworben“, sagt Stephan Günther, „auch, wenn es egoistisch ist.“ Er will 2022 als einer der ersten Menschen auf den Mars fliegen – obwohl er drei Kinder und seine jetzige Frau zurücklassen würde. Eine Geschichte über die Faszination des Weltalls. Und über die Liebe. [Sonntaz, Dezember 2013] [read more]
Wo die wilden Riesen wohnen Und dann ist der große Moment da: Zwischen kahlen Baumstümpfen, Matsch und Nieselregen drängelt sich die Medienmeute, um den besten Blick auf den Zaun zu haben. Dort stehen vier Männer mit Zangen in der Hand. Sie drücken zu, der Draht springt mit einem Surren auseinander, die Kameras klicken, Ranger Born lächelt selig. Nur von den Wisenten fehlt jede Spur. [Greenpeace Magazin, Juni 2013] [read more]
Wer deutsch bleiben will, muss pünktlich sein „Das ist doch total unfair“, findet Serkan, Kind türkischer Eltern, geboren in Berlin und Doppelstaatler. „Warum dürfen Leute aus der EU beide Pässe haben, ich aber nicht?“ Doch alle Aufregung bringt ihm nun nichts mehr. Am 6. August, pünktlich zu seinem 23. Geburtstag, wird er seinen türkischen Pass los sein. Oder, wenn er Pech hat, seinen deutschen. Und wenn es ganz dicke kommt, macht der Tag ihn staatenlos. [THE GERMANS, Mai 2013] [read more]
Öko adé „Am Ende bin ich mit dem, was der Hof erwirtschaft hat, total hinten runtergefallen“, sagt Bauer Hans Hinrich Hatje und tätschelt einer trächtigen Stute im Pferdestall die Nüstern. Früher war er mal Biobauer. Jetzt macht er die Rolle rückwärts – und baut wieder konventionell an. [Süddeutsche Zeitung, April 2013] [read more]
Radikal weiblich Inna Schewtschenko holt tief Luft, dann schreit sie los: „Nudity is freedom! Nudity is freedom! Nacktsein ist Freiheit! Nacktsein ist Freiheit!“ Kurze Stille. Keine rührt sich. FEMEN-Chefin Inna lässt das Plakat sinken und hustet kurz. „So, und jetzt kommt jede von euch nach vorn und zeigt mal, wie sie schreien kann.“ [Greenpeace Magazin, Februar 2013] [read more]
Erlaubnis zum Durchdrehen Für Stefan steht trotzdem fest: Er würde nicht mehr in die Psychiatrie zurückgehen. „Ich möchte nix mehr mit denen zu tun haben“, sagt er. „Die Psychopharmaka haben mich wahnsinnig gemacht und mich nur noch mehr zerstört.“ (Süddeutsche Zeitung, November 2012) [read more]
Die Stadt der guten Seelen „Mir machet halt desch, was uns Spaß macht“, antwortet Eisele auf die Frage, warum sich in Nürtingen so viele Menschen engagieren – jeder zweite laut Statistik, so viele wie in keiner anderen Stadt Deutschlands. Für die 70-Jährige ist das normal. Für all die anderen Vorlesepaten, Turmwächter und Stadtteilmütter auch. Willkommen in der Heimat der Helfenden. (Maxi, Juni 2012) [read more]
Der Soldat in Chucks In Berlin wählt Omar die Nummer seines Bruders Ahmed in Libyen. Das Gespräch ist kurz. Ahmed sagt: »Du willst kämpfen? Bleib in Deutschland! « »Halt den Mund!«, schreit Omar ins Telefon. »Halt den Mund, Ahmed! Ich fliege!« (DIE ZEITCampus, Dezember 2011) [read more]
Liebe mit allen Mitteln Als er aufsteht, um eine Lampe anzuknipsen, fällt Sofie ihn von hinten an. Sie würgt ihn, Peter taumelt zu Boden, stößt sich den Kopf, fünf Sekunden vergehen, zehn, Peter ist ohnmächtig. (Maxi, Dezember 2011) [read more]
Spaß beiseite Natürlich hat Einarsson den isländischen Spaßbürgermeister gewählt, „die Besti Flokkurinn ist ein Arschtritt für die konventionellen Politiker“, sagt der Aktivist. Er hasst die Sozialdemokraten, mit denen Gnarrs Partei im Stadtrat eine Koalition stellt, die hörten ja noch nicht mal zu und machten einfach so weiter wie bisher. „Alles Feiglinge“, sagt er.(DAS MAGAZIN, Mai 2011). [read more]