Ulrich Zimmermann mit seinem Durstmesser für Pflanzen / Foto: Oliver Helbig

Durstmesser

Text: Holger Fröhlich / Bild: Oliver Helbig

Bislang bewässern Landwirte ihre Felder nach Gutdünken – und zerstören so oftmals die Böden. Eine kleine Erfindung aus Brandenburg könnte dieses große Problem lösen.

 

„Der Erfinder sitzt glücklich in seinem Büro, zwischen Bananenstauden und Olivenbäumchen. An den Blättern hängen kleine Messinstrumente wie dezente Piercings. Ulrich Zimmermann ist 69 Jahre alt und hat eine Firma gegründet. Die meisten seiner Kollegen sind im Ruhestand, er möchte seine neueste Erfindung vermarkten: den Durstmesser für Pflanzen, kaum größer als ein Fingernagel.

Eigentlich ist er Biotechnologe und die Botanik nur sein Steckenpferd. „Pflanzen sind viel komplexer als Menschen“, sagt er. „Pflanzen können nicht weglaufen. Die müssen da überleben, wo sie stehen!“

Er musste sich bewegen, nach Hennigsdorf bei Berlin. Gern hätte er mehr Doktoranden aus Würzburg mitgenommen, doch nur wenige wollten umziehen. Zimmermann ist in Brandenburg aufgewachsen, er mag die Gegend und nicht zuletzt die Investitionsfreude der Landesregierung. Eine Million Euro EU-Gelder für Forschung und Entwicklung haben er und seine elf Mitarbeiter über das Land Brandenburg bekommen.“

erschienen in brand eins, 2012